Aktuelles

Unter dem Menüpunkt Aktuelles soll die Möglichkeit gegeben werden, Hinweise und Informationen einzelner Arbeitsgruppen mit regionalen Veranstaltungen, Termine für nationale und internationale Tagungen sowie Interessantes zum Themenkomplex Libellen allen Nutzern der Website aktuell zur Verfügung zu stellen.

Wer einen Beitrag leisten möchte, schickt die Informationen bitte an:
info(at)libellula.org

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Dez 17

37. Jahrestagung der GdO vom 06.-08. April 2018 in Banzkow

Die nächste Jahrestagung der GdO wird vom 06. bis 08. April 2018 im Trend Hotel Banzkow in der Näje von Schwerin stattfinden.

Weitere Informationen sind auf der Tagungshomepage zu finden.

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Dez 17

Die Zwerglibelle ist Libelle des Jahres 2018

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und die Gesellschaft der deutschsprachigen Odonatologen (GdO) haben die Zwerglibelle (Nehalennia speciosa) zur Libelle des Jahres 2018 gekürt.

Die Zwerglibelle, der Gnom unter den heimischen Libellen – „klein aber wo“.Neh-speciosa_hp

Die Zwerglibelle steht stellvertretend für eine Gruppe von Libellenarten, die sehr selten sind und sehr spezialisiert an besondere Moorlebensräume gebunden sind.

Die Art ist in der Öffentlichkeit weitgehend unbekannt. Dies hat aber weniger mit ihrer geringen Körpergröße zu tun, obwohl man sie an den besiedelten Standorten auch rasch übersehen kann. Vielmehr liegt es aber daran, dass ihre oft auch nur sehr kleinen Lebensräume ganz besondere Standortbedingungen aufweisen, die in unserer heutigen Landschaft extrem selten sind. Die wenigen bekannten Standorte liegen aufgrund dieser Besonderheit zudem in Schutzgebieten und sind nicht öffentlich zugänglich.

In Deutschland kommt die Zwerglibelle aktuell nur (noch) in sechs Bundesländern vor: Bayern, Baden-Württemberg, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Sachsen. In vier weiteren Bundesländern (Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein) ist sie verschollen und aus den restlichen Bundesländern gibt es auch keine historischen Hinweise auf ein Vorkommen.

Neben der natürlichen Seltenheit ergibt sich bei der Zwerglibelle und ökologisch verwandten Arten heutztutage eine zusätzliche Gefährdung der Standorte durch übergeordnete meist durch den Menschen negativ beeinflusste Faktoren wie das Klima und den atmosphärischen Eintrag von Nährstoffen. Gerade letzterer bewirkt in den natürlicherweise nährstoffarmen Mooren u.a. eine Veränderung der Konkurrenzsituation der dort lebenden Arten. Dabei ist die Zwerglibelle an ganz besondere und ebenso kleine und feine Pflanzen und Vegetationseinheiten gebunden, die durch eine Eutrophierung verloren gehen, da sie von stärkeren Pflanzen bei geeigneter Nährstoffzufuhr verdrängt werden.

Gleichzeitig gibt die Zwerglibelle den Libellenkundlern auch immer noch Rätsel auf. Oft sind Populationen von kleinsten Flächen bekannt, die aber über Jahre Bestand haben und sehr stabil scheinen, obwohl die Bestände insgesamt nur wenige Individuen umfassen. Zudem stellt sich die Frage, ob und wie die zierliche Art neue Standorte besiedelt. Trotz des – aufgrund historischer Daten – nachweislichen Rückgangs kommt es andererseits auch aktuell noch zu Neu- oder Wiederfunden. So konnte die Art erst vor wenigen Jahren für das Bundesland Sachsen wiederentdeckt werden (Walter 2012). Allerdings ohne das klar festzustellen war, ob es ein Neufund ist oder die Art am Standort vielleicht über Jahre übersehen bzw. schlicht nicht gesucht wurde.

Auch in den benachbarten Niederlanden gelang 2015 ganz überraschend ein Nachweis einer kleinen Population im Osten des Landes, der letzte Nachweis davor lag über 100 Jahre zurück (Nieuwsbrief Vlinderstichting NL, 11. April 2016).

Die Dynamik und Stabilität der Populationen sowie die Mechanismen möglicher Ausbreitung sind dringliche Fragestellungen für die Forschung zum nachhaltigen Schutz der Zwerglibelle und weiterer vergleichbarer Arten.

Die Zwerglibelle steht auch symbolisch dafür, dass es bei den heimischen Libellen begründeten Forschungsbedarf für Experten gibt, auch wenn die betroffenen Arten für die meisten von uns unsichtbar bleiben!

 

Für die GdO e.V. Klaus-Jürgen Conze

 

Walter, S. (2012): Wiederfund der Zwerglibelle Nehalennia speciosa (Charpentier 1840) in Sachsen (Odonata). Entomologische Nachrichten und Berichte 56: 252

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Mrz 17

Förderung von Naturschutz- und Forschungsprojekten 2017

Die WDA (Worldwide Dragonfly Association) vergibt 2017 Stipendien für  Forschungs- und Naturschutzprojekte zu Libellen. Ab sofort können Anträge eingereicht werden. Der Antragsteller sollte ein Mitglied der WDA sein, die maximale Höhe der Förderung beträgt 1.000,00 €.

Weitere Informationen sind der Website (http://worlddragonfly.org/?page_id=15) zu entnehmen.

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Nov 16

36. Jahrestagung der Gesellschaft deutschsprachiger Odonatologen (GdO) e.V. vom 17.-19. März 2017 in Berlin

Die nächste Tagung der Gesellschaft deutschsprachiger Odonatologen (GdO) e.V. wird an der Freien Universität in Berlin vom 17.-19. März 2017 stattfinden.
Weitere Informationen zur Anmeldung, Anfahrt und Unterkunft sind auf der eigens eingerichteten Homepage zu finden: http://gdo-berlin.de/.
Anmelden können Sie sich in Kürze.

Wir freuen uns auf rege Teilnahme und Besuch in Berlin im März 2017!

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Nov 16

Die Gemeine Keiljungfer ist Libelle des Jahres 2017

Berlin: Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und die Gesellschaft der deutschsprachigen Odonatologen (GdO) haben die Gemeine Keiljungfer (Gomphus vulgatissimus) zur Libelle des Jahres 2017 gekürt.

Die Gemeine Keiljungfer steht stellvertretend für eine Gruppe von Libellenarten, die sehr stark oder ausschließlich an Fließgewässer als Lebensräume gebunden sind und die in den vergangenen Jahren fast durchweg eine positive Bestandsentwicklung zeigen. Sie unterstreichen damit, dass die Anstrengungen zur Reinhaltung und Renaturierung unserer Bäche und Flüsse von der Quelle bis zur Mündung sinnvoll und erfolgreich sind. Auch die Gemeine Flußjungfer galt vor ca. 20 Jahren noch in vielen Teilen Deutschlands als selten und gefährdet oder sogar als vom Aussterben bedroht. Ihre Bestände haben aber in ganz Deutschland wieder zugenommen, so dass die Art aktuell deutschlandweit auch nicht mehr als gefährdet gilt.
Die Art schlüpft sehr synchron ab Anfang Mai an den Ufern kleiner und großer Fließgewässer. Schon ab Mitte Juli gibt es nur noch einzelne Nachzügler und ab Mitte August ist die Art meist nicht mehr zu beobachten (manchmal kann man noch „alte Kämpen“ finden, s. Foto). Überhaupt ist sie nicht einfach zu beobachten, da sie meist an eher unzugänglichen Gewässerufern oder über den Wasserläufen fliegt oder sich weit vom Gewässer entfernt. Hinzu kommt die Verwechslungsgefahr mit ein paar nah verwandten und recht ähnlich aussehenden Arten wie der Westlichen oder der Asiatischen Keiljungfer. Die rein schwarzen Beine ohne einen hellen oder gelben Längsstrich sind dann für den Fachmann ein unverwechselbares Merkmal der Gemeinen Keiljungfer. Nachweisen lässt sich die Art aber am besten durch die Exuvien (die letzte Larvenhaut, die nach dem Schlupf der Tiere am Schlupfort übrig bleibt). Man findet sie waagerecht auf Steinen am Ufer oder senkrecht in der Ufervegetation, mal an Hochstauden wie z.B. Brennnesseln oder auch am Stamm von Ufergehölzen bis in einige Meter Höhe. Manche Larven wandern auch mehrere Meter vom Ufer weg, eine Schutzstrategie vor Wellenschlag, dem an manchen schiffbaren Fließgewässern (z.B. dem vielbefahrenen Rhein) dennoch etliche Tiere beim Schlupf zum Opfer fallen.

Die Libelle des Jahres 2017 gehört zur Familie der Gomphidae – den Flußjungfern, einer besonderen Gruppe der Großlibellen. Das auffälligste Alleinstellungsmerkmal dieser systematischen Artengruppe ist die Stellung der Augen zueinander. Während bei den Kleinlibellen der Kopf hantelförmig ist und die beiden kugelförmigen Facettenaugen weit auseinanderstehend außen sitzen und bei allen anderen Vertreten der Großlibellen die beiden Facettenaugen sich wenigstens an einer Stelle treffen, besteht bei den Flußjungfern immer eine Lücke zwischen den beiden Augen. Die Vertreter der Gattung Gomphus zu der auch die Gemeine Keiljungfer zählt ist durch eine schwarz-gelbe Körperzeichnung charakterisiert und so zum Beispiel von der teilweise in den gleichen Lebensräumen vorkommenden Grünen Flußjungfer (Ophiogomphus cecilia), die eine deutlich grün gefärbte Brust aufweist, gut zu unterscheiden. Die Entwicklung der Larven im Fließgewässer kann unterschiedlich rasch verlaufen und ist neben dem Temperaturregime des Abflusses auch vom Nahrungsangebot abhängig, meist benötigen die Larven zwei Jahre von der Eiablage bis zum Schlupf.

Die Gemeine Keiljungfer besiedelt ein weites Spektrum an Fließgewässern von schmalen Bachläufen bis zum großen Hauptlauf in der Stromtalaue, auch größere Stillgewässer mit Brandungszone oder durchströmten Bereichen werden genutzt. Die Larven besiedeln die Sohle wo sie im geeigneten Substrat eingegraben auf Nahrung lauern, die dann mit der für Libellen typischen Fangmaske (umgewandelten Mundwerkzeugen) ergriffen werden. Für die Eignung eines Fließgewässers spielen dabei auch das Substratangebot, eine relativ große Amplitude der Gewässergüte und ein naturnahes Abflussregime eine Rolle.

Kritisch sind beispielsweise zu einförmige Strömungsverhältnisse, da sie meist zu einem entsprechend eintönigen Substratangebot in der Sohle führen und die verschiedenen Larvenstadien keine geeigneten Bereiche finden, um sich eingraben zu können. Auch zu starke und plötzlich auftretende Abflüsse beispielsweise durch eine zu starke Versiegelung im Einzugsgebiet hervorgerufen, kann insbesondere bei kleineren Fließgewässern zu einem „Klospülungseffekt“ führen und ganze Larvenjahrgänge verdriften. Ebenso problematisch sind zu starke oder dauerhafte Verschmutzungen des Gewässers, die die Larven direkt beeinträchtigen oder das Interstitial in dem sie eingegraben leben zu sehr belasten und verändern. Es ist zur Zeit nicht einfach nachzuweisen, ob die positiven Entwicklungen durch die zahlreichen Fließgewässerrenaturierungen und die erfolgreichen Anstrengungen zur Verbesserung der Wasserqualität ausgelöst sind oder ob sie durch Effekte des Klimawandels mit günstigen Bedingungen für die hochmobilen und sehr ausbreitungsfähigen adulten Tiere begünstigt werden. Mit hoher Wahrscheinlichkeit ist es eine synergistische Wirkung. Allerdings müssen auch diese Entwicklungen weiter kontrolliert werden. Die Gewässer sind keineswegs so rein, wie die offizielle Gewässergüte es erscheinen lässt. Gerade in Deutschland besteht eine Fracht von Medikamentenrückständen sowie Ausschwemmungen vor allem aus den landwirtschaftlichen Flächen von Bioziden aller Art, die einen schier unüberschaubaren Cocktail in den Fließgewässern erzeugen, der weit davon entfernt ist, geeignet überwacht zu sein. So sind auch die Auswirkungen auf die Gewässerfauna und -flora noch unzureichend bekannt. Ebenso ist es zukünftig möglich, dass neben den anthropogenen Wärmebelastungen von Flusswasser (bekannt z.B. im Bereich großer Kraftwerke) durch den Klimawandel auch die Temperaturen in den
Gewässern ansteigen. Dies hat Folgen für die Physiologie der Larven und ggf. auch auf die Fähigkeit zum synchronen Schlupf, was für Libellenarten von großer Wichtigkeit ist, damit sich die Partner
ausreichend wahrscheinlich finden können. So ist die Libelle des Jahres 2017 gleichermaßen ein Symbol für erfolgreichen Natur- und Umweltschutz wie ein Fingerzeig dafür nicht nachzulassen und die Lebensräume weiter wachsam zu kontrollieren. Wir können uns nicht auf Erfolgen ausruhen.

Seit 2011 wählen die Gesellschaft deutschsprachiger Odonatologen (Libellenkundler) und der BUND die „Libelle des Jahres“ aus, um auf die Vielfalt der Arten und ihre Bedrohung aufmerksam zu machen. Von den 81 heimischen Libellenarten stehen viele auf der Roten Liste.

gomphus_vulgatissimus_kjc_juli_2013_neisseaue_lausitz_sachsen

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Jul 16

BOOM – 6th Balkan OdonatOlogical Meeting

Die Society of Odonatologists of Serbia und die Association HabiProt laden zusammen mit der Slovene Dragonfly Society vom 5. bis 12. August 2016 nach Serbien zum BOOM 2016 ein. Angeboten werden Exkursionen, Vorträge und Workshops sowie Freilanduntersuchungen im südöstlichen Teil des Landes.

Die Anmeldung ist bis zum 15. Juli 2016 möglich und kann über das Anmeldeformular erfolgen. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt.

Weitere Informationen (in Englisch):

balkanodonatameeting(at)gmail.com

oder die BOOM Gruppe bei Facebook.

 

 

Dear odonatologists,

the 6th Balkan OdonatOlogical Meeting (BOOM) is now open for registration! The deadline for the registration is *15th July 2016*. Keep in mind that the number of participants is limited. If you want to join us fill in the *registration form*. Please share this information with other potential participants.

Welcome,

BOOM 2016 team

 

Dear Friends and Colleagues,

The Society of Odonatologist of Serbia and Association HabiProt together with Slovene Dragonfly Society organize the 6th Balkan Odonatological Meeting (BOOM 2016) that will take place in Serbia from 5th to 12th August 2016.

The Balkan Odonatological Meeting combines field studies, lectures and workshops on dragonflies and damselflies. During camp the participants will have the opportunity to investigate dragonfly fauna of the Southeastern part of the country. Field trip will lead us to many unexplored habitats between two main localities, Sokobanja on the north and Vlasina to the south of Južna Morava basin (Južno Pomoravlje).

We also invite the participants to present their findings and work on Odonata with their own lectures. Both amateur and professional odonatologists are invited, with students from the Balkan as the main public. Participants from other countries are very welcomed to join the meeting as well.

Registration fee will be 70 EUR for students and unemployed graduated biologists and 120 EUR for others (60 EUR and 110 EUR for the participants who will present their research on dragonflies). For those who plan to join us only partly, daily fee will be 20 EUR. In case we provide some additional funding, the registration fee may be lower.

For more information, feel free to contact us by e-mail: balkanodonatameeting(at)gmail.com or join the BOOM group on Facebook.

Kind regards,
Organization committee of the BOOM 2016

Einladung als PDF: BOOM 2016 – Invitation

 

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Dez 15

35. Jahrestagung der Gesellschaft deutschsprachiger Odonatologen (GdO) e.V. vom 18.-20. März 2016 in Mainz

Die nächste Jahrestagung der GdO wird vom 18.-20. März 2016 in Mainz stattfinden. Die Tagung findet in Kooperation mit dem Institut für Evolutionäre Ökologie der Universität Mainz und dem Landesamt für Umwelt, Wasserwirtschaft und Gewerbeaufsicht Rheinland-Pfalz statt.

Erstmalig werden wir in Zusammenarbeit mit atmosfair eine klimaneutrale GdO-Tagung veranstalten.

Am Freitagabend wird Dirk Mikolajewski einen öffentlichen Vortrag halten. Als Tagungsstätte am Samstag und Sonntag dient der Hörsaal „Muschel“ der Universität Mainz. Den Gesellschaftsabend am Samstag werden wir in der Innenstadt im Erbacher Hof verbringen.

Wir planen wieder einen Poster- und einen Jungreferenten/Innen-Wettbewerb. Alle Teilnehmer/Innen am Jungreferenten/Innen-Wettbewerb bekommen die Teilnahme am Gesellschaftsabend geschenkt, müssen aber für die Kosten an den Getränken aufkommen.

Wir haben ein Kontingent von 50 Zimmern im Intercity Hotel Mainz (Tel. 06131-588510, E-Mail: mainz@intercityhotel.de) reserviert, dies liegt sehr verkehrsgünstig zwischen den drei Veranstaltungsorten (Einzelzimmer 79,00 €, Doppelzimmer 105,00 €). Reservierungen unter dem Stichwort „GdO“ sind dort bitte bis spätestens 05.02.2016 möglich. Auch im Erbacher Hof ist eine Übernachtung möglich.

Ab September 2015 ist eine Anmeldung möglich.

Wir freuen uns auf euch,
das Tagungsteam
(Christoph Willigalla, Kamilla Koch, Herbert Kiewitz, Jürgen Ackermann, Anna Deichmann, Joachim Falk, Christina Geisinger, Kathrin Jäckel, Selina Müller, Jens Schneider)

Homepage GdO Tagung 2016 in Mainz


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