Inhalt von Libellula Supplement Bayern I

FLORIAN WEIHRAUCH: Emergenzstudien an Cordulegaster b. boltonii von einem niederbayerischen Waldbach (Odonata: Cordulegastridae) 3-18

ULRICH MEßLINGER & INGRID FALTIN: Verbreitung und Ökologie von Coenagrion ornatum in Westmittelfranken (Odonata: Coenagrionidae) 19-42

ULRICH MEßLINGER & MICHAEL WINTERHOLLER: Bestandssituation und Ökologie von Coenagrion lunulatum in Franken (Odonata: Coenagrionidae) 43-58

FLORIAN WEIHRAUCH, KLAUS BURBACH, UDO HÖLKEN, HERRMANN J. NETZ & CHRISTIAN. STETTMER: Neue Nachweise von Orthetrum albistylum aus Bayern (Odonata: Libellulidae) 59-70

MARTIN MUTH: Aeshna caerulea im Landkreis Oberallgäu: Bestandssituation, Entwicklungsgewässer und Gefährdung (Odonata: Aeshnidae) 71-97

HANS KÄMPF: Entwicklung von vier Gomphiden-Arten in einem Baggersee in Nordbayern (Odonata: Gomphidae) 99-104

KLAUS BURBACH: Verbreitung und Habitate von Leucorrhinia albifrons in Bayern (Odonata: Libellulidae) 105-132

FLORIAN WEIHRAUCH & MARTIN SCHORR: Bibliographie der odonatologischen Literatur Bayerns 1996-2002 (Odonata) 133-144
 
 

Emergenzstudien an Cordulegaster b. boltonii von einem niederbayerischen Waldbach (Odonata: Cordulegastridae)
Florian Weihrauch

Zusammenfassung

In den Jahren 1996 bis 2003 wurde die Emergenz von Cordulegaster b. boltonii (Donovan) am niederbayerischen Schallerbach im Dürnbucher Forst untersucht. Die Emergenzperiode dauerte vom 24. Mai bis zum 13. Juni. Die Exuvien hingen bevorzugt an kleinen Fichtenästen oder an der Borke von Kiefernstämmen, bis zu einer Höhe von 6 m über dem Wasserspiegel und bis zu einer Entfernung von 4,2 m vom Ufer. Die mittleren Distanzen der Exuvien (n=76) vom Bach betrugen horizontal 112 cm (s.d. ±105 cm) und vertikal 198 cm (s.d. ±114 cm). Zusätzliche Verhaltensbeobachtungen beinhalteten Eiablage sowie das "Eintauchen" und die Handlungsweise eines Männchens vor der Kopulation.

Anfang
 

Verbreitung und Ökologie von Coenagrion ornatum in Westmittelfranken (Odonata: Coenagrionidae)
Ulrich Meßlinger & Ingrid Faltin

Zusammenfassung

Aufgrund von sicheren Hinweisen auf eine regional weitere Verbreitung von Coenagrion ornatum (Selys) erfolgte im Jahr 2001 eine flächendeckende Suche nach der Art in Westmittelfranken. Insgesamt wurden 734 Fließgewässer- und Grabenabschnitte aufgesucht. Nachweise von C. ornatum gelangen in 55 Graben- und Bachabschnitten. Das erst 1997 entdeckte Schwerpunktvorkommen im oberen Altmühltal erstreckte sich über 28 direkte und indirekte Altmühlzuflüsse. Es handelt sich um eines der größten bayerischen Vorkommen der Art. In den Flussgebieten von Zenn, Wörnitz, Wieseth, Sulzach und Tauber konnte C. ornatum erstmals in jeweils kleinen bis sehr kleinen Populationen nachgewiesen werden. Neben einer Darstellung der aktuellen Verbreitung erfolgen Angaben zu den Habitatfaktoren, zum Einfluss der Gewässerunterhaltung und zur Bedeutung angrenzender Grünlandnutzung. Die Ergebnisse der Erhebung machen Kenntnislücken bezüglich der Verbreitung von C. ornatum auch in anderen Gewässersystemen Deutschlands wahrscheinlich.

Anfang 
 

Bestandssituation und Ökologie von Coenagrion lunulatum in Franken (Odonata: Coenagrionidae)
Ulrich Meßlinger & Michael Winterholler

Zusammenfassung

Seit der Herausgabe des Buches „Libellen in Bayern“ (KUHN & BURBACH 1998) mit 25 Nachweisen von C. lunulatum zwischen 1986 und 1995 konnte die Art landesweit nur an drei Fundorten bestätigt werden. An einem der besiedelten Gewässer wurden zwischen 1998 und 2003 detaillierte Untersuchungen zur Hydrologie, Vegetation sowie zur Biologie der Art durchgeführt. Als auslösender Faktor für den dramatischen Rückgang der Art in Bayern werden klimatische Einflüsse diskutiert.

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Neue Nachweise von Orthetrum albistylum aus Bayern (Odonata: Libellulidae)
Florian Weihrauch, Klaus Burbach, Udo Hölken, Hermann J. Netz & Christian Stettmer

Zusammenfassung

Innerhalb Mitteleuropas beschränkte sich das Verbreitungsgebiet von Orthetrum albistylum (Selys) bislang auf die südlichen Regionen und erreichte Deutschland nur in der Oberrheinischen Tiefebene und am Bodensee. Daneben existierten für Deutschland bisher lediglich fünf Einzelnachweise aus Bayern, wahrscheinlich von migrierenden Tieren. In den Jahren 1999 bis 2002 gelangen uns an drei Fundstellen in Bayern einige neue Nachweise einschließlich erfolgreicher Reproduktion der Art. Offensichtlich war O. albistylum in der Lage, hier nördlich der Alpen zumindest temporär bodenständige Brückenköpfe zu etablieren, die wahrscheinlich norditalienischen Ursprungs sind. Potentielle Wanderrouten und eine mögliche Arealerweiterung der Art in Mitteleuropa werden diskutiert.

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Aeshna caerulea im Landkreis Oberallgäu: Bestandssituation, Entwicklungsgewässer und Gefährdung (Odonata: Aeshnidae)
Martin Muth

Zusammenfassung

In den Jahren 2000 und 2001 wurde im bayerischen Landkreis Oberallgäu, in dem Aeshna caerulea (Ström) in den Allgäuer Alpen ihren Verbreitungsschwerpunkt innerhalb Bayerns wie Deutschlands besitzt, ein Monitoring der Art durchgeführt. Insgesamt wurden 31 Hochlagenmoore und mineralisch beeinflusste Stillgewässer auf das Vorkommen der Art untersucht. In Höhenlagen zwischen 1190 m und 1840 m ü.NN wurde A. caerulea an insgesamt 16 Stellen nachgewiesen. Die von der Art in der Region besiedelten Gewässertypen werden charakterisiert. Die Bestandssituation sowie die Gefährdung von A. caerulea durch Beweidung mit Rindern, Suhltätigkeit von Rotwild und Klimaerwärmung wird diskutiert.

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Entwicklung von vier Gomphiden-Arten in einem Baggersee in Nordbayern (Odonata: Gomphidae)
Hans Kämpf

Zusammenfassung

In der Zeit vom 5. Mai 2001 bis zum 15. Juli 2001 konnte durch das fast tägliche Aufsammeln von Gomphiden-Exuvien an einem 150 m langen Uferteilbereich eines Baggersees bei Neuses in Oberfranken erstmals der Nachweis der gemeinsamen Entwicklung von Gomphus flavipes, G. pulchellus, G. vulgatissimus und Ophiogomphus cecilia in einem Stillgewässer erbracht werden.

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Verbreitung und Habitate von Leucorrhinia albifrons in Bayern (Odonata: Libellulidae)
Klaus Burbach

Zusammenfassung

In Bayern wurde Leucorrhinia albifrons bisher an 29-32 Fundorten in 15 Gebieten festgestellt. Seit 1995 liegen nur von fünf Gewässern Beobachtungen vor, darunter drei Gewässer mit Fortpflanzungsnachweisen und zwei Einzelfunde von Männchen. An einem dieser Gewässer ist die Art aber wegen Veränderungen der Biotopstruktur inzwischen höchstwahrscheinlich verschwunden. An den letzten beiden rezent bekannten Fortpflanzungsgewässern wurde die Art seit 1993 bzw. 1998 dokumentiert. Entscheidende Habitatfaktoren sind Nährstoffarmut, das Vorhandensein von Vegetation dicht unterhalb der Wasseroberfläche und (weitgehendes) Fehlen von Fischen. Der pH-Wert der Gewässer spielt in weitem Rahmen keine Rolle, es werden sowohl saure als auch kalkhaltige Gewässer besiedelt. Entsprechend unterschiedlich ist die aquatische Vegetation, die an kalkhaltigen Gewässern u.a. aus Armleuchteralgen und Laichkräutern und an sauren Gewässern aus flutenden Sphagnen besteht. Gefährdungsursachen sind wahrscheinlich Gewässereutrophierung und Fischbesatz selbst kleinster und hierfür ungeeigneter Gewässer. Insbesondere wühlende oder die Vegetation vernichtende Arten (Karpfen, Graskarpfen) dürften zum starken Rückgang beigetragen haben. Anregungen für Schutzmaßnahmen werden gegeben. Die letzten Vorkommen müssen im Rahmen eines Monitorings regelmäßig überprüft werden.

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Bibliographie der odonatologischen Literatur Bayerns 1996-2002 (Odonata)
Florian Weihrauch & Martin Schorr

Zusammenfassung

Es wird zusammenfassend eine Liste von 107 odonatologischen Literaturzitaten aus den Jahren 1996 bis inklusive 2002 präsentiert, deren Inhalte Relevanz für den Freistaat Bayern haben. Nicht in dieser Liste berücksichtigt wurden Arbeiten zu fossilen Libellen sowie "graue" Literatur wie unpublizierte Diplomarbeiten und Gutachten.

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